Über die Autorin
Buch

POESIE  
PROSA
ESSAY
Aus Wilde Heckenrose  
Aus Tristan und Isolde
Aus Alte Lieder
Aus Aus Tore, Fenster, Bögen
Aus Stanzen in der Weise von Alexander Pope
Aus Stelen und Inschriften
Aus Jamben
Aus Chinesische Reise
Aus Abendlied
Aus Elegien
Aus Anfang des Buches
Aus Wilde Heckenrose
(1976-1978)
Die Reise der Heiligen drei Könige
I

Jener, der derart lang und weit gefahren, der
erwachte, wieder einschlief und der geträumt ward
als kleines Leben, das zergeht auf der Zunge, schwer
wie eine letzte Wonne eindringt in uns, das
wie der offene Zusammenhang
zwischen dem Stern im breitesten
himmlischen Fluß und einer Linie auf der Hand,


II

jener weiß, wie unterwegs sich vermindert das Ziel
und wie die Ansammlung wertvoller Zeichen wächst,
wie durch den Gang in den Uhren des Dunkels viel
umgeschüttetes Licht als Sand nimmt seinen Lauf,
und die Visionen strömen heraus
von tausenden von Jahren
aus der Brust wie Luft als Zukunft, wo sie warten:


III

oder ein gewisses Buch in des Dunkels Farbe,
und es ist - Finsternis, aber gut für das Aug -
als ob das Sehen, vereinigt mit dem Strahle,
endlich erwachsen, in der Dunkelheit erbaut,
und leuchtend,
liefe über jene alte Schrift
wie über Festkerzen am Baum, der schwarz und dicht;

IV

oder die winterliche Steppe, sie war wie
ein verdunkelt Schlafzimmer aus tiefen Spiegeln,
wo über kindlicher Trauer der Scharlach liegt,
so daß der Blick die Lampe im Westen sieht -
wie Kristall,
zu Tränen gebrochen und farbenreich.
Bei der Lampe arbeitet man zu nächtlicher Zeit;


V

oder, gleichsam vom Blatt aufgehoben den Blick,
eröffnete ihnen der Stoff den ganzen Raum:
Steine, die sehen, deren Pupille nicht stirbt,
diese erhellten unter der Erde den Baum -
so daß jeder
in seinem Wunsche las -
doch kein Geheimnis, keine Freude in ihm lag.


VI

Es war nur Schweigen und ein Weg ohne Ende.
Der Mineralie, des Sterns durchwühlte Lade
war längst langweilig. Wie Gesicht ohne Gesicht
quälte sie das ins Gesicht schauende Ende:
gleichsam im Haufen der Ringe
nicht ertastend den Ring,
so gingen sie weiter, vom Ende schon umringt.


VII

„O wie das Herz sich langweilt, was für ein Unglück!
Du, der Feuer wie ein Ding unter Dinge getan,
wozu hast Du mich gerufen und siehst mich an?
Ich bin nicht die Beste derer, die Du erkannt.
Hab Mitleid
mit diesem armen Leben! hab Mitleid,
daß es sich selber niemals zu lieben verstand,
der Stern zuletzt
uns trägt und trägt wie das Wasser ...“


VIII

Und wo sie stets sein wollten, dort waren sie jetzt.
Walter Thümler
Wilde Heckenrose
Abschied
Zwei Bücher trage ich, unendlich fortgehend...
Legenden über Einsiedler...
Weder den Engel, der wie eine Felsspalte klingt...
Prophet
 Die Reise der Heiligen drei Könige
Ein Morgen im Garten
Asarowka. In den Sträuchern
Asarowka. Hohe Wiese
Asarowka. Waldweg
Asarowka. Nachthimmel
Zehnte Legende. Jakob
Elfte Legende. Abendessen


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